Systemkamera im Urlaub – eine Woche mit der Sony Alpha 6000

Jetzt habe ich die 6000er mal intensiv im Urlaub testen können und der Vorteil Gewicht und Größe ist nicht von der Hand zu weisen. Es gibt einen schon das Gefühl von Überlegenheit oder eher diesen Ätsch-Effekt, wenn man die Mitreisenden beobachtet, wie sie es schaffen müssen, mit einer Mittelklasse DSLR mit Kit-Objektiv durch den Ausflug-Tag zu kommen. Das Wissen, eine absolut gleichwertige Technik für dieses Einsatzgebiet am Handgelenk oder gar in der Jackentasche zu haben. Das ist für schnelle Ortswechsel, kleinere Klettereien und das Ein- Aussteigen in die Fahrzeuge schon ein Vorteil und bringt ein wenig mehr Ruhe in den ‚Urlaubsalltag‘;) Der Fokus sitzt wirklich so überdurchschnittlich gut, dass eine Kontrolle der Fotos vor Ort absolut unnötig ist.

Aber das ist es dann eben auch. Persönlich hatte ich nach dem ersten Tag trotzdem eine kleine Nikon im Rucksack dabei, diese aber nur als Backup und im gesamten Urlaub sind damit 30 Fotos entstanden. Aber es war einfach beruhigend, diese dabei zu haben weil die Sony eben eines nicht kann – den Eindruck von Absoluter Zuverlässigkeit erzeugen. In einer Woche musste ich so 2 mal den Akku raus nehmen, weil sich das Monster komplett aufgehangen und keinerlei ‚Befehle‘ mehr angenommen hat. Eine Stunde lang sah ich zu, wie Geisterbefehle eingetippt wurden – quasi sich das Steuerrad selbständig machte und sinnlos Blende verstellte oder Fotos durchscrollte . Das war der Zeitpunkt, wo ich schon Totalausfall dachte und … auf einmal war wieder alles gut.  Ein absolutes No-Go in meinen Augen. Denn so billig war die kleine ja nun auch nicht.

Aber mal sehen was ein Firmware Update oder die Zukunft bringt, denn irgendwie macht das Spielzeug ja auch Spass.

Es gibt aber auch deutliche Nachteile oder Einsatzgebiete, wo die Kleine nicht punkten kann. Nummer Eins: die Kitlinse – ja wer kauft denn auch eine Kamera mit Kit-Objektiv?! Richtig aber bei dem Einzelpreis und den durchweg positiven Testergebnissen hierfür, war ich schon neugierig.  Hauptgrund war für mich auch, dass ich das Kit zu einem absolut unmoralischen Preis bekommen hab 😉
Große Probleme machte eines – und zwar Licht !!! Klingt bissl frech aber gerade im Weitwinkel macht Streulicht der Bildqualität zu schaffen und was für mich echt enttäuschend war sind die  Reflexionen bei Lowlightaufnahmen, die wahrscheinlich der kompakten Bauweise geschuldet aber so deutlich in den Fotos zu sehen sind, dass die Aufnahmen manchmal echt für die Tonne sind.
Wahrscheinlich bin ich auch sehr verwöhnt und das ist Jammern auf hohem Niveau aber man sehe selbst :
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mit etwas Geschick kann man die Linsen zählen 🙁
Eine Lösung denkt man sich – wäre hier der Einsatz hochwertiger Lisen mit Adapter – und das war auch meine erste Idee. Gesagt – getan 85mm 1.4 mit Adapter dran und voller Empörung festgestellt , dass man beim Manuellen Fokus die Lupenfunktion nicht einsetzen kann.
edit: stimmt nicht – die Fokuszoomfunktion lässt sich per Menu anschalten oder bequem auf eine Taste legen. Bei dem reichhaltigen Angebot an Funktionen aber kompakten Bauweise sollte man das Handbuch wohl ein- bis zweimal im Monat durchlesen …

Nummer Zwei.
Schwarz-Weiss-Workflow – Farbverläufe eines tiefblauen Himmels fressen bei der Schwarz-Weiß- Konvertierung zu Flecken aus, was ich so nicht erklären kann aber für mich ein echtes Problem darstellt. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass das Potential der Rohdaten nicht so dolle ist wie bei der Konkurrenz gewohnt.
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Und damit ist mein Experiment Sony Alpha auch beendet – das Ding wird als Urlaubs-und Wander-Knipse seine Daseinsberechtigung in unserem Haushalt haben aber für Projekte, bei denen es um die sprichwörtliche Wurst geht – setze ich sie nicht mehr ein.