Systemkameras – Hype und die Ernüchterung

Egal wo und wie intensiv man sich im im Netz über Fotografie informiert , man wird immer auf einen Beitrag treffen, in dem einem erzählt wird, man solle all sein DSLR-Kram wegwerfen oder verschenken und sich ein spiegelloses System anschaffen weil das doch sooooo modern, toll und so weiter ist. Ich hab dem Ganzen ja eh nicht so getraut, da es auch jedesmal so war, wenn Hersteller X oder Y ein neues Modell auf den Markt geworfen hat. Nun verdienen ja ne Menge Leute mit Bloggen über Fotografie ihr Geld oder ordentlich dazu und buhlen regelrecht bei der Herstellern um die Testmodelle oder gar Sponsoring. Schlecht für den, der sich gerade auf der Suche nach einer Kamera befindet oder sich nach ewiger Recherche vor dem Hype für ein DSLR Modell  entschieden hat. Was hier an Unsicherheit und ‚luftleerem Raum‘ geschaffen wird ist unverantwortlich.
All denen sei gesagt – die spiegellose Kamera ist auch nicht die eine Lösung für Alles und Jeden.

Aus einer Weinlaune hab ich mir dann auch mal so ein Schätzchen geleistet und meine ganz persönlichen und mehrheitlich ernüchternden Erfahrungen gesammelt.

Mobilität: ist nicht von der Hand zu weisen und einen Crop oder gar Vollformat in der Gewichtsklasse oder eher in den Abmessungen sucht man vergebens und gerade bei Wanderungen oder Aktivitäten, bei denen Gewicht eine Rolle spielt haben die Kleinen Schätzchen einen Bonus. Es sei denn, man bleibt über Nacht weitab der Zivilisation dann sollte man über Lademöglichkeiten oder eine angemessene Anzahl an Akkus nachdenken.
Das als Nachteil zu bezeichnen ist Jammern auf hohem Niveau und so lassen wir das auch. Denn das ist eher eine persönliche Preferenz, die dem ein oder anderen schon wieder schnurz ist.

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20 min Belichtung SonyAlpha

Was wirklich nervt sind eher die kleinen technischen Details, die man erst dann bemerkt, wenn man die bewährten Werkzeuge zu Hause lässt weil man denkt, sie mit einem Hipster-Spielzeug ersetzen zu können. Mein persönlicher Worst Case – Langzeitbelichtungen bei Dunkelheit. Fairerweise muss man gestehen: die Betonung liegt auf Lang. Wir reden hier von Minuten. Aber eben dafür denkt man ja, wären die Kleinen perfekt geeignet. Leicht – kein superstabiles Stativ erforderlich, kein Spiegel – Vibration adé.
Aber leider kommen eben auch da die Schwächen zu Tage.
Die D5300 von Nikon dagegen macht da wesentlich bessere Arbeit und wenn man bedenkt dass darin ein 24Mp Sony Sensor werkelt, könnte man ja frech vermuten, dass diese evtl. sogar baugleich sind und es sich hier um ein Problem der Software handeln muss.